Der AStA der Univeristät Kassel zeigt sich nicht besonders überrascht über die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Einer Studie zufolge haben im Jahr 2010 nur vier von zehn Studierenden ihr Studium mit der vorgesehenen Semesteranzahl abgeschlossen. “Die Regelstudienzeit ist ein theoretisches Konstrukt, das jeden Realitätsbezug vollkommen vermissen lässt.” gibt Christin Eisenbrandt, Sozialreferentin im AStA Kassel, zu bedenken: “Die Tatsache, dass ein Drittel der Studierenden nebenbei erwerbstätig sind, wird vollkommen außer Acht gelassen. Auch auf Studierende mit Kind(ern) oder gesellschaftliches Engagement nimmt die Studie leider keine Rücksicht.”
Die Zahlen stellen für den AStA der Universität Kassel ein längst überfälliges Signal an die Drahtzieher von Bologna dar. “Wie viele Studien und Fakten müssen noch vorgelegt werden, damit den politisch Verantwortlichen deutlich wird, dass Bologna gescheitert ist! Freie und Selbstbestimmte Bildung wird durch den Bolognaprozess verunmöglicht.” sagt sich Jonas Eickholl, Referent für Hochschulpolitik. Der Anstieg an Nachfragen bei der Psychosozialen Beratung wird vom Studentenwerk Kassel seit Bologna vor 11 Jahren auf 40% angegeben und die Tendenz ist weiter steigend. Statt auf die Signale zu achten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, plant die Uni nun die Wiedereinführung der Anwesenheitslisten in Seminaren und Vorlesungen. “Da braucht es keine übersinnlichen Fähigkeiten um die Tendenz der Zahlen für die nächsten Studien vorherzusagen.” so Eickholl.