Wir sind kein Wettbewerbsvorteil! – AStA kritisiert Audit zur familiengerechten Hochschule

Der Einstieg ins Studium mit Kind(ern) oder die Geburt eines Kindes während des Studiums ziehen nachteilige Belastungen mit sich. Die Organisation des Studiums, die Teilnahme an Pflichtveranstaltungen, die Vorbereitung auf Prüfungen, die Kinderbetreuung und oftmals noch die Erwerbstätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes stellen für studierende Eltern große Herausforderungen dar. „Dies vor allem deshalb, weil der Hochschulbetrieb bisher kaum auf die besondere Situation von Studierenden mit Kind, ihren Alltag und ihre Handlungsroutinen eingestellt ist und hochschulnahe Betreuungseinrichtungen vor allem für Säuglinge und Kleinkinder nur ungenügend existieren“, Anneka Wellner, Elternreferentin im AStA der Universität Kassel.

 „Studierende Eltern sind eine absolute Minderheit in ihrem sozialen und kulturellen Umfeld. Sie bedürfen hierzu einer besonderen Aufmerksamkeit und Betreuung“, so Wellner, weiter.

Der AStA hat bereits seit langem erkannt, dass der Hochschulbetrieb familiengerechter gestaltet werden muss. Erste Erfolge konnte der AStA am vergangenen Donnerstag verzeichnen. „So können sich studentische Eltern und Studierende mit besonderen Bedürfnissen ab dem 01. September 2012 im Fachbereich I, Sozialwesen sieben Tage lang vorher in ihre Module einwählen,“ erklärt Christin Eisenbrandt, Sozialreferentin im AStA der Universität Kassel.

Anders als das von der Hertie Stiftung ins Leben gerufene Projekt des Qualitätssiegels einer familienbewussten Hochschule, welches in erster Linie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Hochschulstandorten verfolgt und eher eine oberflächliche Verbesserung der Hochschule anstrebt, „so haben wir als AStA die strukturelle Verbesserung unserer Studierenden im Fokus und dem Inhalt einer sozialen und demokratischen Hochschule gerecht zu werden“, Eisenbrandt abschließend.

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